Karlsoute / Karlova stezka
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Steinmetzmeister Ullrich Baumgärtel von der Firma „Steinmetzerei Neusteinzeit“ beim Anzeichnen einer Fläche auf einem bereits gereinigten Ganzmeilenstein.

Bei diesem stark beschädigten Ganzmeilenstein ist Meister Baumgärtels ganze Handwerkskunst gefragt.

Dieser Stationsstein wird nach seiner Restaurierung auf dem Kirchplatz in Eibenstock aufgestellt.

In Stein gemeißelt

26.11.2013

Entlang der Karlsroute wird sächsische Verkehrs- und Postgeschichte erfahrbar.

Dass auf der „Karlsroute“ und ihren Nebenrouten (Fertigstellung Ende 2014) einmal sprichwörtlich die Post abgeht, also die Strecken von Radlern rege genutzt werden, ist ein Wunsch der beteiligten Projektpartner. Dass auf Teilen dieser Routen die Post bereits schon einmal tatsächlich und im wahrsten Sinne des Wortes abging, ist belegt. Damals saß man allerdings auf einem Pferde- und nicht auf einem Fahrradsattel und zur Orientierung dienten keine GPX-Dateien, basierend auf einem allgemeinen XML-Standard für Navigationsgeräte, sondern am Wegesrand aufgestellte Steine mit Orts- und Entfernungsangaben in Meilen.

Sechs solcher Königlich-Sächsischen Meilensteine werden im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes „Karlsroute“ restauriert und im nächsten Jahr wieder an ihren ursprünglichen Standorten entlang der historischen Postkurse auf den Territorien der Städte Eibenstock und Johanngeorgenstadt aufgestellt. Auf diese Weise bleiben die denkmalgeschützten Zeugnisse der sächsischen Verkehrs- und Postgeschichte erhalten und machen die Vergangenheit an Originalstandorten für die Nachwelt erfahrbar und erlebbar.

Neben der Sichtung und Sicherung der teils stark verwitterten und beschädigten drei Ganzmeilensteine, der zwei Stationssteine sowie des Halbmeilensteins erfolgten in den vergangenen Monaten die Recherchen zu deren originalen Inschriften und Standorten, die Beantragung der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung sowie die Vergabe der Steinmetzarbeiten.

Unterstützung erhält die Stadt Eibenstock hierbei von Herrn Heinz-Jürgen Guddat von der Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen e.V., der mit seinem Engagement, seinem großen Fachwissen sowie seinen umfangreichen Recherchetätigkeiten einen wesentlichen Beitrag für das Gelingen dieses Teilprojektes leistet.

Den Zuschlag für die Restaurierungsarbeiten erhielt die Firma „Steinmetzerei Neusteinzeit“ aus Schwarzenberg. Mit Vorlage der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung hat diese inzwischen mit der Reinigung sowie substanzschonenden und substanzerhaltenden Überarbeitung der Steine begonnen. Aufgrund der günstigeren Lagerkapazitäten und zur Verminderung von Transportwegen und -kosten finden die Steinmetzarbeiten auf dem Gelände des Granitwerks Blauenthal Tino Hahn e.K. statt.

Zur Orientierung: Die Steine erhalten wieder ihre originalen Inschriften. Die GPX-Daten der Karlsroute laden sie bitte unter der Rubrik "Streckenverlauf" dieser Website herunter.